Montag, 31. Juli 2017

Geh sterben Stein: Queen - Hot Space

Du schwule geile Sau, ja klar las ich mich von dir ficken, komm her und gib´s mir. 

Einen winzigen Moment zögerte ich mit dem oben stehenden Satz, dann war klar das er einfach nur zutrifft, auf das Album, was hier nun besprochen wird. Hot Space ist Pornografie pur, aber kein Porno der irgendwie hinreichend an das Gesamtwerk von Queen heran reicht. Der Queen Pornofilm war nämlich einfach nur so dick wie es geht aufgetragen und feierte das Leben, kein Schmuddelfilm aus irgend einem Sexshop.

Queen die Pornokönige des Glamrocks der 70er und auch noch in Teilen der 80er Jahre, waren 1982 am Ende. Am Ende mit ihrer erfolgreichsten Schaffensphase, irgendwie klingt vieles auf Hot Space wie in die Instrumente gefickt und das Gleitgel wurde auch noch vergessen, aua. Freddie hörte man es sogar körperlich an und als Fan seiner Stimme voller Leidenschaft, litt man mit. John Holmes (der ausdauerndste Pornodarsteller seiner Zeit, genau wie Freddie, steckte er sich damals mit Aids an) war zu dem Zeitpunkt auch nur noch halb gut unterwegs, den kleinen Seitenhieb konnte ich mir nicht verkneifen, sorry Freddie, Rest In Peace.

Rückblickend betrachtet, war mit The Game (1980) der kommerzielle Abschluss (mit der Tour und The Game verdiente Queen erstmals Geld, laut eigener Aussage) gelungen. Ich glaube in den 2 Jahren bis Hot Space, ist mit dem vielen auf Tour sein und dem unsäglichen Soundtrack zu Flash Gorden (1980), eine kreative Erschöpfung einher gegangen. Dazu kommt der Synthesizer (den Queen erstmals auf einem Album einsetzten) und die damals aufkommenden ersten digitalen Schlagzeuge, die wie ein Vibrator zur Selbstbefriedigung eingesetzt wurden und man begegnete David Bowie, dazu aber später mehr.




Freunde der gepflegten Unterhaltungsmusik, ganz so schlimm wie sich der obere Teil dieses Reviews anhört, wird es dann doch nicht. Ich lege die Scheibe also auf und Staying Power erklingt, nein fickt sich in meine Ohren. Was haben die mit der Gitarre von Brian May gemacht, soll das Funk sein? Ok der ist noch am testen, ob Funk nun auch geht. Anstatt es aber wie bei Crazy Little Think Called Love (von The Game) richtig retro klingen zu lassen, das Plastikdrumkit und die blöden Bläser verficken den gesamten Song. Erbärmlich! Ja Freddie, ich glaube dir, als du "Staying" mehrmals hintereinander singst, deiner steht einmalig, eine wahre Pracht. Mit Dancer und Back Chat wird es auch nicht wesentlich besser, der Schmuddelfilm läuft ab. Dann Body Language (die zweite Singleauskopplung), da möchte man Freddie und Bandkollegen am liebsten zurufen, nun aber die letzten Hüllen wirklich fallen lassen. Jahrzehnte später zeigte dann Rammsteins Pussyvideo, wie man öffentlich ficken, zu Kunst erheben kann. Ok das kannten die Jungs damals noch nicht. Fair bleiben, Stephan.




Action This Day erschallt und ja so langsam denke ich, das könnte sich gerade noch so retten. Nicht dass das Plastikdrumkit besser klingt, die Songstruktur ist ok, bis zu dem Teil wo der Synthesizer sich an Mike Oldfield Sounds für Arme versucht. Put Out The Fire und der letzte macht nun bitte das Licht aus. Nein? Scheiße! Im Oktober 1980 wurde John Lennon erschossen, es ehrt Queen das sie ihm auf Hot Space einen Song widmen. Life Is Real, ist trotzdem nur eine durchschnittliche Nummer, aber das hat schon fast herausragenden Charakter auf dem Album.



 
Da hilft es auch nichts mehr, das man die Mädels herbei rief mit Calling All Girls, der Schmuddelfilm war im Kasten. Freddie schmetterte noch hilflos den Julio Iglesias Song Las Palabras Del Amore (The Words Of Love) (nein Julio hat den nicht geschrieben oder gesungen, hätte er aber können) und eine funkie Gitarre beschwört eine Cool Cat (Katzen waren Freddies Lieblingstiere), das war es.

Den schlimmen Teil haben wir nun hinter uns, ich atme durch, also spazieren gehen in Montreux, wo Queen damals ihr Studio hatten. Nun David Bowie lief da auch gerade durch die Gegend. Welch ein Zufall. Jedenfalls sprach Bowie Queen an, ob sie nicht mal zusammen was machen können oder umgekehrt, das ist eigentlich egel. Es gibt Interviews zu den Aufnahmen, mit beiden beteiligten Parteien, da konnte man heraus hören, das Freddie und Bowie wohl beide regelrechte Alpha Tiere gewesen sind und die Aufnahme zu Under Pressure sich gelinde gesagt, als schwieriger als gedacht heraus stellten. Ob der Titelname daher kommt vermag ich nicht zu sagen, wundern würde es mich nicht. Trotzdem wurde Under Pressure ein Welthit und tauchte regelmäßig im Lineup von sowohl Queen wie auch Bowie auf. Eigentlich, wenn man die beiden Stimmen beim Duo Freddie/Bowie mal vergleicht, war Bowie besser in Form. Das Falsett von Freddie brach zwar nicht weg, die tiefere Stimme von Bowie passte besser zu der Stimmung des Songs.




Was bleibt hängen, was bleibt? Under Pressure, würde heute als Vorabauskopplung erscheinen und genau wie damals neugierig machen auf das kommende Album. Damals erschien es aber auf einer Single und die legte ich mir zu. Die B - Seite beinhaltete den Song Soul Brother, ob das sich auf Bowie bezieht glaub ich nicht, wenn doch ist das ein schöner Gedanke. Soul Brother war nochmal Queen in Hochform (das Gitarrensolo am Ende garantiert Standing Ovationen bei meinen Nackenhaaren) und könnte eventuell versöhnen mit dem Album. Den Soul Brother bewies, das Queen dass Song schreiben nicht verlernt hatten




Leider hat der Song es auf das eigentliche Album nicht geschafft und so bleiben zu 90 % zerfickte Ohren. 2 Jahre später polarisierten Queen mit The Works (1984) ähnlich. Die Queen Gemeinde wurde mit Hot Space gespalten. Doch hatten sie Giorgio Moroder für Radio Ga Ga als Produzenten mit an Board. Es ging also wieder aufwärts. Die Erfolgsgeschichte von Queen war mit Hot Space an einem Tiefpunkt angelangt, die wirklich großen Künstler erholen sich von so was. Live, ermöglichte Hot Space bzw. die Ausrichtung hin zu poppigen Sounds, ganz andere Möglichkeiten, es war also nicht alles schlecht. Ach ja, meinen Ohren geht es inzwischen deutlich besser.


Die Hot Space (2011 Deluxe Edition Remastered) Version beinhaltet unter anderem auch Soul Brother und die Live Version von Staying Power. Für echte Queen Fans, allein schon deswegen ein Grund, sich das Album wieder zu zulegen. Allen anderen zeigt das Album auch heute noch auf, welche Irrungen und Wirrungen mit negativen Stress, selbst bei den ganz Großen, für Auswirkung haben können auf eine Plattenproduktion. Für Puristen wie mich, tut es natürlich nur die Single, alles andere kann weg.

Gruß Stephan

P.S.: Auf der Works Tour 1984 durfte ich Queen erstmals live erleben (2 Tage nach meinem 18 Geburtstag), 5 m von der Bühne weg konnte ich Freddie u.a. in den Schritt schauen (die Riesentitten aus Plastik, die Freddie bei I Want T o Back Free trug, schocken mich heute noch), Freddie war derart elektrisierend, die Dortmunder Westfalen Halle war am toben. Hätte Freddie mich damals in den Backstage Bereich irgend wie mit genommen, ich wäre heute sicher schwul. Schade eigentlich!


 

Tatsächlich eine Fingerübung, Riesentitten wachsen mir.

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