Dienstag, 15. August 2017

Fünf Alben aus dreißig Songs - Ausgabe 42

Musikalische Schwergewichte alle diesmal, wenn auch mit unterschiedlicher Gewichtung, viel Spaß!

Mix der Woche Spotify (14. 08. 2017)

Nach dem Klicken sollte der Webplayer auf gehen, dort sich einfach bei Spotify anmelden mit eurem Account und ihr könnte die komplette Liste sehen und euch anhören.

Blondie – Pollinator (2017)




Immer wenn Blondie ein neues Album machen, muss ich an ein zwei One Hit Wonder denken. Von 1976 bis 1982 war Debbie Harry und ihre Band richtig angesagt. Hits wie Heart Of Glass oder One Way Or Another sprangen dabei raus. Aber was passierte seit dem? Scheint zu reichen, der Ruf einer One Hit Wonder Legende? Ein Song taugt auch diesmal was, Fragments, der Rausschmeißer ist richtig toll. Nur das reicht nicht für weitere 35 Jahre! 2/5 One Hit Wonder Legenden Extra Point


Boomtown Rats – V Deep (1982)


 

Bob Geldof versuchte sich 82 in der Verfilmung von Pink Floyds Wall als Pink und wusste wahrscheinlich noch nicht das V Deep, das vorletzte Album seiner Rats sein würde. Als er 85 Live Aid organisierte, war es um die Band geschehen. V Deep ist inzwischen vergessen, Mister Band Aid möchte 2017 nochmal mit den Rats neu durch starten und kündigt an, das 26 neue Songs eingespielt wurden. 3/5 Weil ich die Stimme von Bob wirklich mag – Wertung


Kate Bush – Aerial (2005)




Nun kommt ein richtiges Schwergewicht, nein Kate ist eher eine zierliche Person, ich mein das im übertragenen Sinne. Egal welches Album und mit welchen Abständen dazwischen, wenn Kate neue Musik vorstellt, dann ist das ein Ereignis. Der weibliche Bowie, gemixt mit einem natürlichem Verständnis für gute Musik. 42:01 min auf der zweiten CD muss man sich auch erst mal trauen, als ein Stück (An Endless Sky Of Honey), was nicht langweilt. 5/5 Schwergewicht Legenden Wertung


Bob Dylan – Bob Dylan´s Greatest Hits (1967)




Noch so ein musikalisches Schwergewicht, diesmal männlich und eher hager. Das 67 sich Bob sich die erste Greatest Hits gönnte, spricht wohl Bände. Nuschelte er damals noch relativ überschaubar, das er ein Ausnahmemusiker ist und bleib über nun 57 Jahre, war nicht absehbar. Guter Einstieg um die ersten Hits wieder mal zu hören, der junge Bob auch mal schön. 5/5 Schwergewicht Legenden Wertung


Electric Light Orchestra – Eldorado (1974)




Jeff Lynne konnte ich 74 nicht richtig ernst nehmen, irgendwie alles zu fett aufgetragen. Erst als er und Bandkollegen poprockiger und noch fetter wurden und bei Schulfreunden hoch und runter gespielt wurden, fand ich ELO auch toll. Eldorado gab ein paar Andeutungen wo die Reise hin ging, auch wenn Titel wie Mr. Blue Sky oder das wunderbare Telephone Line, noch ein Stück weit weg waren. 3/5 Skip Wertung


Gruß Stephan


 

Donnerstag, 10. August 2017

De/Vision - World Without End (1994) Review

 Bildergebnis für world without end de/vision

Funkenschleudernde Lavafontänen ragen wie gleißende Leuchtfeuer in den schattig geschwärzten Nachthimmel. Gewaltig und impulsiv bebildert dieses smaragdrote Naturschauspiel einen urtiefen Ausbruch gebündelter Energien. Nach Jahren der Demobänder und Compilationsbeiträgen debütierte Anfang 1994 der erste offizielle Langspieler De/Vision's (zwichenzeitlich hatte Gründungsmitglied Stefan Blender die Gruppierung verlassen) und wie schon das lodernde Coverbildnis seine fiebrige Aufwartung beim gespannten Hörer machen durfte, brennen sich in der Folge die Zehn ausgesuchten Stücke des Albums in die tänzelnd berauschten Gehörgänge ein.

"Dinner Without Grace" entführt zugleich in verschlungene, katakombenartige Gangsysteme, deren graumelierte Wandfassaden als stummes Geleit für die drückend-hämmernde Songstruktur nebst nebulös harrender Melodik und hypnotischen Gesang Steffen Keths dienen, die sich wie ein weißer Wurm durch die engumschlungene Struktur des bröckelnden Gemäuers quetschen, während an der Erdoberfläche wallende Nebelbänke über verkrallte Baumverästelungen gleiten und das bläuliche Mondlicht sanft filtern. Doch schon im nächsten Stück wähnt man sich urplötzlich in einem gut gepolsterten Zugabteil auf der Fahrt durch sommerliche Idylle ("Your Hands On My Skin"). Wohltemperierte Brisen hauchen über sich biegende Lichtungspfade, orangeleuchtende Sonnentupfer tauchen die Umgebung in wärmende Farbtöne und die poesievolle Landschaft zieht an einem vorbei. Zeit zum sinnieren ob der Schönheit des Moments, der gesammelten Augenblicke und eigener Verdrängungsmechanismen? Und die Bilder werder kraftvoller.  

"Slum Child" verzückt mit mediteranen Soundwellen und scharf gezackten Drumsets, lädt ein zur Reise in opulent ausstaffierte Fischerdörfer mit kunstvoll verzierten Erkern, Zinnen und Bögen, bis hin zum geheimnisumwitternden Höhlenheiligtum in der brausenden Meeresbucht. Doch auch auf sonnendurchflutende Momentaufnahmen folgt nocturnale Schwere. In "Perfect Mind" erlebt man tönernde Synthwogen, seelenzerfarsernd wabernd und eins mit schattengleich-wohligen Gesangslinien.

 Das offerierte Nachtgemälde dehnt sich nun aus. Hohlwangige Ruinenformationen umgeben von kauerndem Buschwerk bilden einen schweigenden Kreis aus schwermütigen Verschwörern, zerfallene Fensteröffnungen blicken wie leere Augenhöhlen in die Stille. Nach tragendem, gar sakralem Beginn mit bleiernen Klavieranschlägen verkommt "Time Stands Still (Tonight)" ab der Hälfte zum sphärisch gehauchten Erlebnisstrudel, der mit soghafter Würde umklammert und an pittoresk-verwunschenen Heckenlabyrinthen und erhabenen Brunnenbauten vorbeiführt. "The Way You Treat Me", der nächste Track im mentalen Schattententempel, verbindet stoisches Schlagzeugwerk und beschwörenden Gesang mit dem Ausbruch aus dem schwarzen Zimmer der Zweifelsucht. Gen Ende gesellen sich geisterhafte Chöre in diese garstig erotische Zwischenwelt aus monotonen Drumstößen und unnahbar betörenden Charisma und vollenden den gewagten Sprung aus dem Zwiespalt hin zum soundstrukturell ähnlich gelagerten "To Be With You". Das Stück garantiert mit markig gesetzten Basssätzen und dynamisch ausgefeilten Streichern den direkten Zugang zu neblig verspiegelten Tanzflächen.

"Falling" wandelt auf anderen Pfaden dieses Dämmerkönigreichs. Eine ebenso mysteriös- wie einnehmende Melodie die von Verhängnis und Klagelauten erzählt ist zentraler Bestandteil des gemächlich rauschhaften Songs, der in sturmumwölkten Nachtpassagen seine undurchdringliche Melancholie wie ein tiefschwarzer Schemen auf moosbewachsene Hügel legt. Ganz in der Nähe dann die sinistren Umrisse eines dunklen Gruftgewölbes, spärlich durch brennende Fackelreihen in unwirkliche Zerrbilder zerpflückt, unbändiger Wind zerrt am verwitterten Eingangstor, überwucherte Fassadenteile, an denen sich unwirkliche Silhouetten in unersichtliche Ecken drücken. Sie alle bilden das Grundgerüst des instrumentalen "The Day Before Yesterday" und suhlen sich in erquickendem Dunkelglanz. Das mattfarbene Bühnenbild ist also bereitet für ein kolossales Finale dieser tosend-melodischen Tour durch die akustische Düsternis.

"Try To Forget" startet dann dort ,wo das Album angefangen hat und macht es doch ganz anders. Sich in epochal-elektrisierter Schauerromantik labend, melidiös veredelt in treibend ausgeführter Rhythmik und mustergültigem Pacing setzt der Track ein letztes Ausrufezeichen unter ein beispiellos packendes Debut, das überraschend routiniert serviert wird.

Aus den flirrendem Ascheregen der Lavaströme formieren die aschigen Lettern "Unversed in Love".

9/10



Dienstag, 8. August 2017

Fünf Alben aus dreißig Songs - Ausgabe 41


Fleißig steuert die Liste auf 50 Ausgaben zu, hoffe ich kann meine Motivation bis dahin noch oben halten. Das aktuelle Angebot an tollen Alben, macht es mir aber nicht schwer. Habt also Spaß!

 

Mix der Woche Spotify (07. 08. 2017)

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The Flaming Lips - Transmissions from the Satellite Heart (1993)




Bühne ist alles. So oder ähnlich kann man die Flaming Lips Mitte der 90er Jahre beschreiben. Nicht nur das der progressive Indie den sie spielen, nicht schon anstrengend genug war, es mussten gleich auch brennende Bühnen und Nebelmaschinen sein, die den Saal so vernebelten das niemand mehr etwas sah. Das die Musik dabei nicht zu kurz kam, zeigt ihr sechstes Studioalbum recht gut auf. 4/5 Skip Wertung



J. J. Cale – Troubadour (1976)




Cale ist vielen in DE ausschließlich durch seinen Hit Cocaine bekannt, dabei war Cale ein hervorragender Musiker der z.b. Eric Clapton maßgeblich mit beeinflusste. Sein ruhiger und lakonischer Vortrag, prägte einen eigenen Stil, den Laid Back Stil (zurücklehnen, entspannen). Mir gefiel das immer gut. Hab leider nichts davon mitbekommen, das er 2013 verstarb. 5/5 Unvergessen Wertung



Jimmi Page & Robert Plant - No Quarter (1994)




Ein Album für die einsame Insel. Page und Plant, halb Led Zeppelin spielten 94 richtig groß auf und interpretierten ihre eigenen Stücke so, wie man sie vorher nie gehört hat. Nicht das Led Zeppelin mit ihrem gesamt Katalog, schon völlig außerhalb irgendwelcher Zeit, waren. Hier wird gejamt das kein Auge mehr trocken bleibt. Pflichtveranstaltung! 5/5 Hin und weg Wertung



Judas Priest – Sad Wings Of Destiny (1976)




Erst die zweite Scheibe von JP und die zeigte ganz klar in Richtung Heavy Metal. The Ripper z.b. ist für mich immer noch einer der besten Songs des Genres. Und wer Rob Halford mit seiner Stimme nicht wieder erkennt, unter sagen wir mal 100 anderen Rocksängern, der hat im Heavy Metal eh nichts verloren. 4/5 Aaaahhhhhaaa- Scream Wertung



Ronnie Wood - I’ve Got My Own Album To Do (1974)




Ronnie hielt sich bei den Stones, nach meinem Empfinden, immer etwas im Hintergrund. Wie wichtig er für die Stones war und ist, zeigt sein erstes Studioalbum schön auf. Auch in  der Hinsicht das er aktuell durch die Gazetten streift, mit seiner Krebserkrankung, unbedingt rein hören. Ronnie, mach bitte noch ein paar Jahre! 4/5 Skip Wertung

Gruß Stephan

Dienstag, 1. August 2017

Fünf Alben aus dreißig Songs - Ausgabe 40

So das ist Ausgabe 40, habt Spaß damit.

 

Mix der Woche Spotify (31. 07. 2017)

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Genesis - In Hiding (Single) (1967)



Eines der ersten Stücke, die bei mir von Genesis einen bleibenden Eindruck machten. Der Chorgesang gibt einem Rockstück eine neue Perspektive, hat mich beeindruckt. Das dazugehörende Album From Genesis to Revelation hingegen weniger. Noch nicht der Durchbruch, als eine der bestimmenden Progrocktruppen der 70er, In Hiding zeigte aber das Potential auf. Keine Wertung da Single




The Saints - Know Your Product – The Best of... (1996)





Letzte Woche wies mich Ulf Kubanke noch auf die Truppe hin. Diese Best Of gibt einen guten Überblick über die Musik und der Titel Know Your Product, kann fast Gesellschafts kritisch interpretiert werden, was Punk oft ja auch war/ist. Selten, das bei einer Best Of das auffällt. 4/5 Skip Wertung


Jack White – Battle Cry (2017) (Single)




Nur 2:31 min genügen mir, um mich in der Überzeugung zu verstärken, das wir mit Jack White mit dem nächsten Giganten am Rockgitarrenhimmel zu tun haben. Ein einfacher Rythmusriff, der sich wie eine Symphonie breit ausbreitet und schmerzhaft am Ende in den Ohren endet. Gigantisch! Keine Wertung da Single



Leonard Cohen – More Best Of (1988)




Noch eine Best Of, nun ich möchte nochmal an das viel zu frühe Dahinscheiden erinnern, dieses Ausnahmemusikers, dazu eignet sich eine gelungene Best Of immer. Für alle die nach einem Geschenk suchen oder die ihn halt nicht so gut kennen, auch ein guter Anfang um Cohen sich näher zu bringen. Pflichtbesuch! 5/5 Erinnerungs- Wertung


Marianne Faithful – Broken English (1979)



Mein Gott, hab ich auf Marianne, wegen dieses Albums gestanden. Eine Stimme, die so perfekt zerbrechlich abgefuckt klingt. Das da, eine fast tragische Geschichte hinter steckt, erfuhr ich erst später. Das Album, bereitete einer der wichtigsten Stimmen, den Weg ins Pop/Rock Geschäft. Vielen Dank Marianne dafür! 5/5 Will sie heiraten Wertung

Gruß Stephan

Montag, 31. Juli 2017

Geh sterben Stein: Queen - Hot Space

Du schwule geile Sau, ja klar las ich mich von dir ficken, komm her und gib´s mir. 

Einen winzigen Moment zögerte ich mit dem oben stehenden Satz, dann war klar das er einfach nur zutrifft, auf das Album, was hier nun besprochen wird. Hot Space ist Pornografie pur, aber kein Porno der irgendwie hinreichend an das Gesamtwerk von Queen heran reicht. Der Queen Pornofilm war nämlich einfach nur so dick wie es geht aufgetragen und feierte das Leben, kein Schmuddelfilm aus irgend einem Sexshop.

Queen die Pornokönige des Glamrocks der 70er und auch noch in Teilen der 80er Jahre, waren 1982 am Ende. Am Ende mit ihrer erfolgreichsten Schaffensphase, irgendwie klingt vieles auf Hot Space wie in die Instrumente gefickt und das Gleitgel wurde auch noch vergessen, aua. Freddie hörte man es sogar körperlich an und als Fan seiner Stimme voller Leidenschaft, litt man mit. John Holmes (der ausdauerndste Pornodarsteller seiner Zeit, genau wie Freddie, steckte er sich damals mit Aids an) war zu dem Zeitpunkt auch nur noch halb gut unterwegs, den kleinen Seitenhieb konnte ich mir nicht verkneifen, sorry Freddie, Rest In Peace.

Rückblickend betrachtet, war mit The Game (1980) der kommerzielle Abschluss (mit der Tour und The Game verdiente Queen erstmals Geld, laut eigener Aussage) gelungen. Ich glaube in den 2 Jahren bis Hot Space, ist mit dem vielen auf Tour sein und dem unsäglichen Soundtrack zu Flash Gorden (1980), eine kreative Erschöpfung einher gegangen. Dazu kommt der Synthesizer (den Queen erstmals auf einem Album einsetzten) und die damals aufkommenden ersten digitalen Schlagzeuge, die wie ein Vibrator zur Selbstbefriedigung eingesetzt wurden und man begegnete David Bowie, dazu aber später mehr.




Freunde der gepflegten Unterhaltungsmusik, ganz so schlimm wie sich der obere Teil dieses Reviews anhört, wird es dann doch nicht. Ich lege die Scheibe also auf und Staying Power erklingt, nein fickt sich in meine Ohren. Was haben die mit der Gitarre von Brian May gemacht, soll das Funk sein? Ok der ist noch am testen, ob Funk nun auch geht. Anstatt es aber wie bei Crazy Little Think Called Love (von The Game) richtig retro klingen zu lassen, das Plastikdrumkit und die blöden Bläser verficken den gesamten Song. Erbärmlich! Ja Freddie, ich glaube dir, als du "Staying" mehrmals hintereinander singst, deiner steht einmalig, eine wahre Pracht. Mit Dancer und Back Chat wird es auch nicht wesentlich besser, der Schmuddelfilm läuft ab. Dann Body Language (die zweite Singleauskopplung), da möchte man Freddie und Bandkollegen am liebsten zurufen, nun aber die letzten Hüllen wirklich fallen lassen. Jahrzehnte später zeigte dann Rammsteins Pussyvideo, wie man öffentlich ficken, zu Kunst erheben kann. Ok das kannten die Jungs damals noch nicht. Fair bleiben, Stephan.




Action This Day erschallt und ja so langsam denke ich, das könnte sich gerade noch so retten. Nicht dass das Plastikdrumkit besser klingt, die Songstruktur ist ok, bis zu dem Teil wo der Synthesizer sich an Mike Oldfield Sounds für Arme versucht. Put Out The Fire und der letzte macht nun bitte das Licht aus. Nein? Scheiße! Im Oktober 1980 wurde John Lennon erschossen, es ehrt Queen das sie ihm auf Hot Space einen Song widmen. Life Is Real, ist trotzdem nur eine durchschnittliche Nummer, aber das hat schon fast herausragenden Charakter auf dem Album.



 
Da hilft es auch nichts mehr, das man die Mädels herbei rief mit Calling All Girls, der Schmuddelfilm war im Kasten. Freddie schmetterte noch hilflos den Julio Iglesias Song Las Palabras Del Amore (The Words Of Love) (nein Julio hat den nicht geschrieben oder gesungen, hätte er aber können) und eine funkie Gitarre beschwört eine Cool Cat (Katzen waren Freddies Lieblingstiere), das war es.

Den schlimmen Teil haben wir nun hinter uns, ich atme durch, also spazieren gehen in Montreux, wo Queen damals ihr Studio hatten. Nun David Bowie lief da auch gerade durch die Gegend. Welch ein Zufall. Jedenfalls sprach Bowie Queen an, ob sie nicht mal zusammen was machen können oder umgekehrt, das ist eigentlich egel. Es gibt Interviews zu den Aufnahmen, mit beiden beteiligten Parteien, da konnte man heraus hören, das Freddie und Bowie wohl beide regelrechte Alpha Tiere gewesen sind und die Aufnahme zu Under Pressure sich gelinde gesagt, als schwieriger als gedacht heraus stellten. Ob der Titelname daher kommt vermag ich nicht zu sagen, wundern würde es mich nicht. Trotzdem wurde Under Pressure ein Welthit und tauchte regelmäßig im Lineup von sowohl Queen wie auch Bowie auf. Eigentlich, wenn man die beiden Stimmen beim Duo Freddie/Bowie mal vergleicht, war Bowie besser in Form. Das Falsett von Freddie brach zwar nicht weg, die tiefere Stimme von Bowie passte besser zu der Stimmung des Songs.




Was bleibt hängen, was bleibt? Under Pressure, würde heute als Vorabauskopplung erscheinen und genau wie damals neugierig machen auf das kommende Album. Damals erschien es aber auf einer Single und die legte ich mir zu. Die B - Seite beinhaltete den Song Soul Brother, ob das sich auf Bowie bezieht glaub ich nicht, wenn doch ist das ein schöner Gedanke. Soul Brother war nochmal Queen in Hochform (das Gitarrensolo am Ende garantiert Standing Ovationen bei meinen Nackenhaaren) und könnte eventuell versöhnen mit dem Album. Den Soul Brother bewies, das Queen dass Song schreiben nicht verlernt hatten




Leider hat der Song es auf das eigentliche Album nicht geschafft und so bleiben zu 90 % zerfickte Ohren. 2 Jahre später polarisierten Queen mit The Works (1984) ähnlich. Die Queen Gemeinde wurde mit Hot Space gespalten. Doch hatten sie Giorgio Moroder für Radio Ga Ga als Produzenten mit an Board. Es ging also wieder aufwärts. Die Erfolgsgeschichte von Queen war mit Hot Space an einem Tiefpunkt angelangt, die wirklich großen Künstler erholen sich von so was. Live, ermöglichte Hot Space bzw. die Ausrichtung hin zu poppigen Sounds, ganz andere Möglichkeiten, es war also nicht alles schlecht. Ach ja, meinen Ohren geht es inzwischen deutlich besser.


Die Hot Space (2011 Deluxe Edition Remastered) Version beinhaltet unter anderem auch Soul Brother und die Live Version von Staying Power. Für echte Queen Fans, allein schon deswegen ein Grund, sich das Album wieder zu zulegen. Allen anderen zeigt das Album auch heute noch auf, welche Irrungen und Wirrungen mit negativen Stress, selbst bei den ganz Großen, für Auswirkung haben können auf eine Plattenproduktion. Für Puristen wie mich, tut es natürlich nur die Single, alles andere kann weg.

Gruß Stephan

P.S.: Auf der Works Tour 1984 durfte ich Queen erstmals live erleben (2 Tage nach meinem 18 Geburtstag), 5 m von der Bühne weg konnte ich Freddie u.a. in den Schritt schauen (die Riesentitten aus Plastik, die Freddie bei I Want T o Back Free trug, schocken mich heute noch), Freddie war derart elektrisierend, die Dortmunder Westfalen Halle war am toben. Hätte Freddie mich damals in den Backstage Bereich irgend wie mit genommen, ich wäre heute sicher schwul. Schade eigentlich!


 

Tatsächlich eine Fingerübung, Riesentitten wachsen mir.

Donnerstag, 27. Juli 2017

Das schlechteste Album einer bedeutenden Pop/Rock Band o. Einzelkünstlers, neue Kolumne!

Bei Laut.de hab ich die Kategorie angesprochen, scheint dort nicht auf sonderliches Interesse zu stoßen. Also mach ich es selber. Hier exklusiv im Blog und schauen was daraus wird.





Vorankündigung, bis nächste Woche schreib ich das erste Review für die neue Kolumne. Das teil ich auch nur mit, um mich selbst in Zugzwang zu setzen, freut euch also.

Einen Titel für die neue Kolumne muss ich mir noch einfallen lassen, bitte um Vorschläge, für fast alles offen, außer R.I.P. Schilder. Hier kommen nur Alben rein die wirklich Schrott sind. Keine Diskussion darüber was Schrott ist, das hört man oder lässt es. Auch Albenvorschläge werden entgegen genommen.



Gruß Stephan

Dienstag, 25. Juli 2017

Fünf Alben aus dreißig Songs - Ausgabe 39

 

Diese Woche etwas spät, hatte auch viel zu verarbeiten an Ereignissen die mit einem rasanten Tempo am Wochenende alle zusammen kamen. Bitte also um Nachsicht, das es Dienstagabend werden sollte.

Mix der Woche Spotify (24. 07. 2017)

Nach dem Klicken sollte der Webplayer auf gehen, dort sich einfach bei Spotify anmelden mit eurem Account und ihr könnte die komplette Liste sehen und euch anhören.

 

Paul Weller – A Kind Revolution (Deluxe) (2017)




Ich tu dem Paul sicherlich Unrecht, das er für mich 10 Jahre min. einfach so verschwindet und dann durch ein frisches Album nur eine kurze Spanne der Aufmerksamkeit erfährt. Einmal die klassische Genreline bitte, also Funk, Soul, Jazz und abgerundet mit einer Prise Rock. Als Musikfan, verspreche ich nun nicht wieder 10 Jahre, nicht hin zu hören. 4/5 Skip Wertung


CAN – Anthology (Remastered Version) (1994)




Viele Bands der 70er bis heute nennen CAN einen ihrer Einflüsse. CAN selbst kann man nicht einfach einordnen, alles sehr experimentell und kreativ. Die Anthology eignet sich hervorragend um sich einen Überblick über ihre Arbeit zu machen. In der Remastered Version auch klang technisch ein guter Einstieg in die Klangwelten von CAN. 4/5 Skip Wertung


The Church – Another Century (Single) (2017)




Noch eine Truppe, diesmal aus Australien, die ich vor schon langer Zeit auf dem Schirm hatte und dann wieder vergessen habe. Ob es am Stilwechsel vom Punk/New Wave zu Psychedelic Rock gelegen hat, vermag ich nicht mehr zu sagen. Die aktuelle Single gefällt mir jedenfalls ganz gut. Technisch ein gutes Niveau, eher ruhig und besinnlich, wie ja auch schon der Titel Another Century andeutet. Keine Wertung, da Single


Fisher-Z - Buildings Brigdes (2017)




Na, ganz so schlimm ist es ja doch nicht. Selbstverständlich kommt Fischer-Z Anno 2017 nicht mehr an Fischer-Z 80/81 heran. So Wave - Gassenhauer wie So Long, Marliese u. The Worker sind einfach nicht mehr zu toppen. Nach dem betulichen Damaskus Disco, reist das wuchtige Easy Money eventuell bestehende Gehörhindernisse ein. Zu einem Satz al a, dass der Brückenschlag von 1980 bis 2017 gelingt, mag ich allein wegen der mächtigen Erinnerungen, mich nicht hin reißen lassen. 3/5 Skip Wertung


Jeff Buckley – You And I (Extendet Edition) (2016)




Über Jeff Buckley´s tragisches Ende, sind alle Worte gesagt, also komm ich gleich zum guten Teil. Für You And I fanden die Aufnahmen im Jahr 1993 nicht nur für Jeff Buckley statt, es waren mit seine ersten Studioaufnahmen. Auch so Größen wie Dylon, Led Zeppelin u. The Smith fanden sich im Studio ein und warfen ihren Hut für diese wunderbare Soul and Blues Scheibe in den Ring. Das sie erst 2016 veröffentlicht wurde und damit uns Hörer so lange vorenthalten wurde, verstehe ich nicht ganz. 5/5 Skip Wertung

Gruß Stephan