Donnerstag, 12. Juli 2018

Blackout am Mischpult oder den Instrumenten?

David Bowie - " Welcome To The Blackout (Live London ’78)"

 

Nach langer Zeit schreib ich mal wieder auf dem Blog und muss mich dafür auch entschuldigen, aber schauen wir nicht zurück, sondern richten den Blick über irgendwelche Tellerränder hinaus.

Die folgende Kritik entstand für einen Faden, bei Laut, zu einer Kritik von Ulf Kubanke zu dem Album.

Das Video entstand zwar zu dem Stage Live Album, was 78 veröffentlicht worden ist, zeigt aber schön woran die aktuellen Blackout Aufnahmen leiden.

Ein bisschen Nachdenken hilft oft bei der Argumentation. Ich muss gestehen ich bin Bowie Fan, genau wie ich auch Queen Fan bin, nur und da wäre ich beim Thema, zu ihren Gralsritter verkomme ich nicht. Mir kommen bei Queen so Sätze über die Lippen, das es auch was gutes hat das Freddie gegangen ist. Da ich mir nicht vorstellen möchte, das er ähnlich wie Angus Young mit seinem Schulanzug über die Bühne hoppelt und mit seinem Mikrofonstock sich zwischen den Beinen was auch immer hervor angelt. Das sähe einfach lächerlich aus, nicht nur bei Freddie.

Musiker und ihre Musik soll zum träumen anregen und nicht Alpträume hervorrufen. Eventuell ein wenig altmodisch, das mit dem Träumen, in einer Welt die aktuell einen Alptraum nach dem anderem zelebriert, das gebe ich zu.

Nun aber zu dem Album „Welcome To The Blackout ( Live London ‘78)“. Alle Songs die Bowie zu dem Zeitpunkt ausmachten sind enthalten. Angefangen mit Warszawa u. Heroes über Speed Of Live endet das ganze bei Rebel, Rebel. Nehme ich die vier Stücke, die bis zuletzt zu Bowies Standards avancierten, dann fehlt ihnen sämtliche Wärme vom Klang her. Ok das eine Live- Aufnahme und sie hat 40 Jahre auf dem Buckel, damit lies sich das entschuldigen. Glaube ich aber nicht. Zumindest komplett reicht das nicht als Erklärung.

Hört euch einfach Sense Of Doubt an. Auf dem Heroes Album folgen Moss Garden u. Neuköln. Man kann sagen Sense Of Doubt, weil rein instrumental, ist regelrecht eingebettet in das Album. Bekomme jedenfalls, allein von dem Teil, immer noch eine Gänsehaut. Bei der Blackout Version hat gerade der instrumentale Song eine Art Blackout und es hört sich wirklich nicht nach Bett an, geschweige den eingebettet. Das geht noch bei einigen Stücken so, das die Instrumente sich anhören als wenn sie entweder verschütt gegangen sind, durch die lange Lagerzeit der Aufnahme oder damals einfach schlecht bespielt worden sind. Ich wette letzteres trifft zu und der jetzt Verantwortliche für die Veröffentlichung hat den Hörsinn, aus welchen Gründen auch immer, beiseite gepackt.

Das es nicht die Aufnahme an sich sein kann, beweisen aktuelle Aufnahmen von anderen Bands (u.a. Queen) aus den Siebzigern. Die Technik dafür war auch damals schon sehr weit, um die fallende Stecknadel, sprichwörtlich zu hören. Die heutige Remaster- Möglichkeiten ergeben den Rest.

Ok, werde ich ein wenig wehmütig und muss in Betracht ziehen das Blackout wirklich eine halbwegs gescheite Aufnahme aus der Zeit ist, die archiviert wurde. Dann hab ich mit Blackout wohl den Kampf mit meinen Tränen noch zu kämpfen. Das auch ein Wert, wenn auch ein sehr trauriger. Kopf hoch, gemeinsam weinen soll genauso hilfreich sein wie gemeinsam lachen.

Deshalb nur subjektive, tränenreiche 3 von 5 möglichen Points. Wobei der dritte Point in Richtung Anwalt geht, so als Friedensstifter oder so was.

Noch ein Gedanke, ich glaube nicht das Bowie wenn der Live auftrat, irgendwelche 30 Dollar Instrumente auf der Bühne zuließ, dafür war er viel zu pedantisch. Das er damals wahrscheinlich den einen oder anderen Handwerker als Musiker mit auf der Bühne erduldet haben muss, ist auch klar. Damals für so aufwendige Shows, mussten sich insbesondere Solokünstler, jedes mal die Gruppe/Band neu zusammen suchen, dann blieb oft nicht viel Zeit um sich einzuspielen.

Gruß Stephan

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